Frankfurt. Das feiern wir.
Tätigkeitsbericht 2025

Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender
der Stiftung Polytechnische Gesellschaft
2025 – in dieser Zahl steckt alles drin! Unsere Stiftung durfte 20 Jahre nach ihrer Gründung im letzten Jahr Jubiläum feiern. Getreu ihres Anspruchs als gemeinnützige Institution ging es ihr dabei primär nicht um sich selbst, sondern um die, für die sie im Rahmen ihres Stiftungszweckes da ist: um Frankfurt und seine Bürgerinnen und Bürger, seine vielen helfenden Organisationen, eine lebendige Zivilgesellschaft in dieser Stadt.
30.000 Menschen haben allein das Festwochenende anlässlich des Stiftungsjubiläums auf dem Opernplatz besucht. Die Presseresonanz war überwältigend. So präsent wie dort hat man uns als Stiftung in Frankfurt noch nie erlebt. Die Intention war, das breite Spektrum der Tätigkeiten darzustellen, die unsere Stiftung durch eigene Programme und Projekte sowie über Förderpartner umsetzt, und so das Jubiläum als "Schaufenster" für den Stiftungszweck und unsere Arbeit zu nutzen. Und natürlich, Frankfurt zu feiern. Denn es ist wichtig, die Frankfurterinnen und Frankfurter immer wieder daran zu erinnern, dass ihre Stadt über eine Tradition verfügt, die stets die Freiheit und das Engagement der Zivilgesellschaft hochgehalten hat. Die großen Errungenschaften dieser Stadt sind durch die Ideen und das Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger entstanden. Oberbürgermeister Mike Josef hat als Schirmherr unseres Jubiläumsfestes auf der Bühne wunderbar zusammengefasst: "Ihr babbelt nicht, ihr handelt." Und genau das wollen wir auch in den nächsten 20 Jahren – und darüber hinaus – tun. Es gibt auch in Zukunft genug zu tun, um Frankfurt für seine Bürgerinnen und Bürger liebens- und lebenswert zu halten.
Und gerade weil es noch so viel mehr zu tun gibt, haben wir in unserem Jubiläumsjahr den Bereich Philanthropie innerhalb der Stiftung weiter aufgebaut. Unter dem Dach der Stiftung bündelt sich schon seit jeher bürgerschaftliches Engagement jeglicher Couleur. Diese Kraft nun mit diesem neu geschaffenen Bereich noch strategischer und stärker zur Entfaltung zu bringen, das ist unser Ziel. Mit mehr Partnern können wir für unsere Stadt noch mehr leisten. Es geht darum, den Frankfurterinnen und Frankfurtern ein Angebot zu machen, wie sie an unseren Vorhaben mitwirken und einen Beitrag leisten können, damit wir tun können, was fehlt, nützt und langfristig wirkt.
Highlights 2025

Im März 2025 erfolgte die erste Ausschreibung für ein neues Stipendienprogramm der Stiftung: "Main-Potenzial. Das Ausbildungsstipendium für Frankfurt", ein Kooperationsprojekt der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Das Stipendium richtet sich an engagierte Auszubildende aller Berufsgruppen in Frankfurt am Main und verbindet über zehn Monate hinweg eine finanzielle Förderung mit persönlicher Weiterentwicklung, Mentoring und gezielter Vernetzung.
Mit dem Programm unterstreicht die Stiftung Polytechnische Gesellschaft die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung und stärkt zugleich Frankfurt als Ausbildungsstandort. Es ist Teil der strategischen Erweiterung der Stiftungsarbeit um das Feld der beruflichen Bildung und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung junger Fachkräfte in der Region.
»Mit unserem neuen Programm setzen wir nicht nur ein Zeichen für die Attraktivität des Ausbildungsstandorts Frankfurt, sondern unterstützen gezielt junge Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung.«
Stefanie Pomplun
Co-Bereichsleiterin Wissenschaft, Technik, Berufliche Bildung
Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt stets auf Vorschlag von Lehrkräften sowie Ausbilderinnen und Ausbildern über Frankfurter Berufsschulen und Betriebe; die Ausschreibung findet jährlich im Februar statt.
Für das neue Ausbildungsstipendium der Stiftung wurden für den ersten Durchgang im Berichtsjahr 54 Auszubildende von ihren Berufsschulen oder Betrieben vorgeschlagen. Nach einem Kennenlernabend Anfang Juni fand die Auswahl der 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mitte Juni 2025 statt. Im September 2025 startete Main-Potenzial dann mit einem zweitägigen Seminar zum Thema "Heart arbeiten" und "New Work Times". Im Oktober kamen die 18 Teilnehmenden zum ersten Begegnungsformat "Zukunftswege" zusammen und konnten mit vier Gesprächspartnern aus dem Netzwerk der Stiftung unter anderem Themen wie Entscheidungsfindung, Scheitern und Erfolge, psychische Gesundheit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Ehrenamt diskutieren.
Das Treffen Anfang November brachte den Auszubildenden Kommunikations- und Präsentationstechniken näher und bot ihnen die Gelegenheit, mit einem individuellen Video-Coaching die eigenen Präsentationsfähigkeiten im Gespräch mit den Trainerinnen und Trainern zu analysieren und zu reflektieren. Im Dezember fand das erste von zwei "Werte-Welten erleben"-Treffen bei der freiwilligen Feuerwehr Frankfurt statt. Bis Juni 2026 treffen sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten fortan monatlich. Hierbei wechseln sich Begegnungsformate und Formate zur Wissens- und Kompetenzförderung ab.
Mit dem neuen Programm Deutschsommer* (gesprochen: Deutschsommer-Sterne) erweiterte die Stiftung 2025 ihr erfolgreiches Angebot zur Sprachförderung und Persönlichkeitsbildung.
Das Förderprogramm LEA: Projekte zur Linderung von Einsamkeit im Alter setzt ein starkes Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frankfurt am Main.
Demokratie. Machen! vermittelt jungen Menschen und Lehrkräften an Real- und Berufsschulen praxisnahe und kreative Zugänge zum Thema Demokratie.
Die Stiftung nutzte ihr Jubiläumsjahr, um ihre Arbeit in die Stadt zu tragen und gemeinsam mit langjährigen Weggefährten das bürgerschaftliche Engagement zu feiern.
Über das gesamte Jahr hinweg begleiteten die Mitarbeitenden der Stiftung verschiedenste Formate, die das 20-jährige Stiftungsjubiläum nach innen und nach außen sichtbar machten. Im Mittelpunkt standen dabei immer die Schwerpunkte der Stiftungsarbeit: durch Bildungsangebote, Persönlichkeitsentwicklung und die Stärkung von Teilhabe Verantwortung zu fördern und so zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frankfurt am Main beizutragen. So wurde das Jubiläum zum Anlass, um die Arbeit der Stiftung, aber auch die Kraft der Zivilgesellschaft in der ganzen Stadt bekannter zu machen und all diejenigen zu feiern, die Frankfurt zu einer Stadt des Miteinanders machen.
Ein besonderer Moment mit echtem Teamfeeling war die Einweihung der Jubiläumsstraßenbahn, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Stiftung Polytechnische Gesellschaft anlässlich ihrer beiden Jubiläumsjahre gemeinsam gestalteten und die seit Oktober 2025 durch Frankfurt am Main fährt. "Wir gratulieren der Stiftung Polytechnische Gesellschaft zu ihrem Zwanzigsten und möchten ihre Arbeit mit dieser gemeinsam gestalteten Straßenbahn würdigen", so RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. "Denn während der RMV die Menschen zur Schule, zur Arbeit oder zu Kulturveranstaltungen bringt, ermöglicht die Stiftung Polytechnische Gesellschaft gesellschaftliche Mobilität. Sie fördert die Persönlichkeitsentwicklung und individuellen Potenziale der Menschen in unserer Region. Das möchten wir mit der Tram sichtbar machen."
Einen ausführlichen Rückblick auf die Jubiläumsaktivitäten finden Sie in Kapitel "03 Jubiläum" dieses Tätigkeitsberichts.
Die neuen Stadtteil-Historiker sind 2025 mit vielfältigen Forschungsprojekten gestartet.
Schülerinnen und Schüler reflektierten bei einem Essaywettbewerb Demokratie und Verantwortung in Textform.
Seit 2025 bietet die Stiftung Polytechnische Gesellschaft eine niedrigschwellige Möglichkeit, um sich ganz konkret für seine Nachbarschaft und seine Stadt zu engagieren – und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern: den "Frankfurter Miteinanderfonds". Gefördert werden Ideen von Einzelpersonen, Nachbarschaftsinitiativen und gemeinnützigen Organisationen, die das Miteinander vor Ort sichtbar und vor allem auch erlebbar machen.
Ob ein Nachbarschaftsfest, eine gemeinsame Müllsammelaktion, eine Lesung oder ein kleines Konzert im Park – viele Vorhaben brauchen keine große Bühne, sondern lediglich eine unkomplizierte Anschubfinanzierung. Der Frankfurter Miteinanderfonds ermöglicht eine Förderung von bis zu 500 Euro pro Projekt und setzt dabei bewusst auf unbürokratische und direkte Unterstützung. Voraussetzung ist, dass die Projekte in Frankfurt stattfinden, dem Gemeinwohl dienen, öffentlich zugänglich sind und innerhalb von sechs Monaten umgesetzt werden. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft kooperiert dazu mit der We Aid gGmbH.
Wie vielfältig die Projekte sind, zeigt die Bandbreite der ersten eingereichten Vorhaben. In Frankfurt-Harheim hat sich beispielsweise mit der wöchentlichen "FempaTEA-Time" ein offener Treff für Frauen aller Generationen etabliert, der den nachbarschaftlichen Zusammenhalt stärkt und neue Begegnungen ermöglicht. In Fechenheim wurde der "Sternschnuppenmarkt", ein gemeinschaftlich organisierter Weihnachtsmarkt für Jung und Alt, unterstützt – mit Freifahrten auf dem Kinderkarussell, mit Selbstgebasteltem geschmückten Weihnachtsbäumen und viel Gelegenheit zu einem bunten Austausch im Stadtteil. In einer Übergangsunterkunft im Frankfurter Westen wiederum bringt eine monatliche "Community Kitchen" Bewohnende unterschiedlicher Herkunftsländer, Ehrenamtliche und die Nachbarschaft zusammen, um gemeinsam Gerichte aus aller Welt zu kochen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen.
»Viele gute Ideen dazu, wie das eigene Viertel noch lebenswerter sein kann, brauchen keine große Bühne, aber ein bisschen Unterstützung. Genau dafür gibt es den Frankfurter Miteinanderfonds.«
Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Dass die Initiativen Wirkung entfalten, belegen bereits jetzt erfreuliche Rückmeldungen der Unterstützten. So berichtete eine der Initiatorinnen der "FempaTEA-Time": "Besonders ältere Teilnehmerinnen nennen sie das Highlight ihrer Woche – der Zusammenhalt ist groß. Geht es einer nicht gut, schauen die anderen vorbei, Karten werden geschrieben oder kleine Aufmerksamkeiten gebracht. Auch unsere Kinder sind begeistert: Sie bewirten die Frauen, spielen mit ihnen oder tauschen sich über Schule und Alltag aus."
Was die Stiftung zum Abschluss des Jahres 2025 ebenfalls sehr freute: Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Frankfurter Miteinanderfonds im Dezember im Rahmen der Charity-Aktion "Lila Pferd" der Linsenhoff-Stiftung beim Internationalen Festhallen Reitturnier Frankfurt, mit der seit 2016 Spenden für Projekte zur Förderung von Bildung und gesellschaftlichem Zusammenhalt in der Region gesammelt werden. Dort wurde der Fonds vorgestellt, erhielt zusätzliche finanzielle Unterstützung – und bringt auch dadurch 2026 noch viele weitere Menschen miteinander in Kontakt.
Der Community Hub der Stadtteil-Botschafter bietet jungen Engagierten Raum und Unterstützung, um eigene Projekte zu entwickeln und umzusetzen.
Zur Bundestagswahl 2025 setzten zivilgesellschaftliche Akteure Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt.
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft widmet sich in ihrer gemeinnützigen Tätigkeit auch der Pflege des kulturellen Erbes der Stadt Frankfurt am Main. Daher zeichnete sie in 2025 erneut bedeutende wissenschaftliche Arbeiten zur jüdischen Geschichte Frankfurts mit dem Rosl und Paul Arnsberg-Preis und dem Arno Lustiger-Förderpreis aus.
Der Rosl und Paul Arnsberg-Preis und der Arno Lustiger-Förderpreis werden von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft zur Würdigung der historischen Bedeutung jüdischer Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt, ihrer Beiträge zur Stadtgesellschaft sowie ihrer prägenden Rolle im mäzenatischen und kulturellen Leben der Stadt verliehen. Sie regen zugleich zur Erforschung der jüdischen Geschichte Frankfurts an und tragen zu einer besseren Kenntnis darüber in der Öffentlichkeit bei.
Der Rosl und Paul Arnsberg-Preis würdigte 2025 zwei herausragende Arbeiten zur jüdischen Geschichte Frankfurts. Ausgezeichnet wurde zum einen Prof. Dr. Philipp Lenhard für sein Werk "Café Marx. Das Institut für Sozialforschung von den Anfängen bis zur Frankfurter Schule". Er rekonstruiert darin die Geschichte des Instituts über eine reine Ideen- oder Institutionengeschichte hinaus als vielschichtige "Konstellationsgeschichte", die den politischen Überzeugungen wie auch den wissenschaftlichen Methoden der Frankfurter Schule neue Perspektiven hinzufügt. Zudem wurde Prof. Dr. Wolfgang Treue für seine Arbeit "Judengasse und christliche Stadt: Religion, Politik und Gesellschaft im frühneuzeitlichen Frankfurt am Main" prämiert. Seine Studie verbindet rechts-, sozial-, kultur- und religionsgeschichtliche Zugänge auf Grundlage intensiver Quellenarbeit. Im Fokus steht das Verhältnis zwischen den Bewohnern der Judengasse und der christlichen Stadtgesellschaft vom 15. bis zum frühen 19. Jahrhundert. Die Jury hob besonders die "Fülle empirischer Details" hervor, mit der Treue das Zusammenleben von Juden und Christen in der Frühen Neuzeit anschaulich mache.
Der Arno Lustiger-Förderpreis ging an Zarin Aschrafi für ihr Forschungsvorhaben "Jüdischer Widerstand: Arno Lustigers Historiographie als Erinnerungsarbeit". In ihrer Forschung versteht sie Lustigers Werk als "jüdische Gegenerzählung zur deutschen Geschichtswissenschaft". Geplant ist auch eine Auseinandersetzung mit seiner Sammlung und Kommentierung jüdischer Partisanenlieder – ein bisher kaum beachteter Aspekt seines Schaffens.
aktive Menschen im Alumni-Netzwerk der Stiftung
Mio. Euro Eigenkapital (Stand: 31.12.2025)
fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
eigene operative Programme umgesetzt
Projekte Dritter gefördert
Mio. Euro Ausgaben für Satzungszwecke
neue Follower auf den Social-Media-Kanälen der Stiftung
Impulstag zur Stärkung überfachlicher Kompetenzen und zur Weiterentwicklung von Schule im Rahmen des Programms Future Skills für Schulen.
Jazz und Improvisierte Musik in die Schule! ist ein Baustein der Projektkette, die die Stiftung zur Förderung der musikalischen Bildung aufgebaut hat.
Sieben Frankfurter Stiftungen, darunter die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, haben 2025 einen gemeinsamen Fonds aufgelegt, um die Situation für Kinder, Jugendliche und Familien im Frankfurter Bahnhofsviertel zu verbessern. Die Mittel werden über das neue Familien- und Nachbarschaftszentrum "FAMOS" in der Moselstraße koordiniert.
Der Fonds unterstützt von 2025 bis 2027 unkompliziert die Bildungs- und Sozialarbeit im Bahnhofsviertel mit jährlich mindestens 230.000 Euro. Ziel ist die Verbesserung sozialer Teilhabe- und Bildungschancen sowie die Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens im Bahnhofsviertel.
Koordiniert wird das Programm vom Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach. Dazu wurde im September in der Moselstraße 13 das neue Familien- und Nachbarschaftszentrum "FAMOS" eröffnet. Interessierte erhalten dort direkt vor Ort Informationen und Beratung zu Fördermöglichkeiten. Außerdem fungiert FAMOS als Veranstaltungsort für Bildungs- und Vernetzungsformate für Familien im Viertel.
"Das Bahnhofsviertel ist ein Stadtteil mit besonderen Herausforderungen, aber auch mit großem Potenzial", so Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. "Mit dem gemeinsamen Fonds bündeln wir Kräfte, Mittel und Erfahrung, um Kinder, Jugendliche und Familien ganz konkret vor Ort zu unterstützen. Entscheidend ist dabei der niedrigschwellige Ansatz: Hilfe dort, wo sie gebraucht wird, unbürokratisch und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren, die bereits im Bahnhofsviertel aktiv und erfahren sind. So stärken wir Bildungschancen, soziale Teilhabe und das nachbarschaftliche Miteinander nachhaltig."
»Das Bahnhofsviertel ist ein Stadtteil mit besonderen Herausforderungen, aber auch mit großem Potenzial. Mit dem gemeinsamen Fonds bündeln wir Kräfte, Mittel und Erfahrung, um Kinder, Jugendliche und Familien ganz konkret vor Ort zu unterstützen.«
Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich
Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Gefördert werden Initiativen unterschiedlicher Größe mit bis zu 10.000 Euro. 2025 wurden über den Fonds bereits rund 20 Projekte für Familien im Bahnhofsviertel unterstützt. Diese reichen von Musikprojekten für Kinder über Deutschlernmaterialien für Mütter und eine Fahrradwerkstatt bis zu Teilhabeangeboten für Familien von sich prostituierenden Frauen. Teil der Stiftungsallianz für das Frankfurter Bahnhofsviertel sind neben der Stiftung Polytechnische Gesellschaft die Commerzbank-Stiftung, die Crespo Foundation, die Karg-Stiftung, die Metzler-Stiftung, die ODDO BHF Stiftung und die Stiftung Giersch. Das Jugend- und Sozialamt der Stadt unterstützt die Initiative zudem aus dem "Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft".
Das Projekt Eine Straße geht ins Konzert ist eine gemeinsame Initiative der Alten Oper Frankfurt und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.
In einem neuen Pilotprojekt zum Thema Handwerken in Schulen konnten Schülerinnen und Schüler an der Otto-Hahn-Schule ihr handwerkliches Potenzial entdecken.
Das Format Politiklotsen – Wege in die Stadtpolitik ermöglichte jungen Menschen Einblicke in kommunalpolitisches Engagement.
Digitale Medien prägen den Alltag von Kindern und Jugendlichen früh und umfassend. Smartphone, Tablet und soziale Netzwerke sind selbstverständliche Begleiter – mit Chancen für Lernen und Teilhabe, aber auch mit Risiken. Vor diesem Hintergrund hat das "Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern" Medienbildung als festen Programmbestandteil integriert und diesen Ansatz im Berichtsjahr weiterentwickelt.
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Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass reine Nutzungsregeln oder Verbote allein nicht ausreichen. Studien wie die JIM- und KIM-Erhebungen des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest und Langzeituntersuchungen wie "EU Kids Online" zeigen, dass eine begleitete, reflektierte Mediennutzung die Resilienz von Kindern stärkt und problematischen Nutzungsformen vorbeugt. Medienkompetenz – verstanden als Fähigkeit, Inhalte kritisch zu bewerten, Medien verantwortungsvoll zu nutzen und selbst gestaltend tätig zu werden – gilt damit als grundlegende Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts.
Vor diesem Hintergrund wurde für die Diesterweg-Familien ein umfassendes Mediencurriculum umgesetzt, das sich über das gesamte Stipendienjahr erstreckte. Das Tablet, mit dem jede Familie ausgestattet ist, etablierte sich dabei als zentrales Lern- und Kommunikationsinstrument. Durch strukturierte Einführungen und begleitende Elternangebote wurde sichergestellt, dass Kinder und Eltern das Gerät sicher nutzen und gemeinsam Regeln für den familiären Alltag entwickeln konnten. Die Rolle der Eltern als aktive Medienbegleiter wurde gezielt gestärkt, unter anderem durch niedrigschwellige Beratungsangebote in Eltern- und Müttercafés.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem praktischen Arbeiten mit Medien. Als "Diesterweg-Reporter" dokumentierten die Kinder Stipendienaktivitäten mit Texten, Fotos sowie Audio- und Videoformaten und entwickelten dabei Kompetenzen in Recherche, Zusammenarbeit und Präsentation. Ferienkurse wie "Wir entdecken unsere Stadt" oder die Kreativwerkstatt Trickfilm verbanden digitale Werkzeuge mit Bewegung, Kreativität und Teamarbeit. Ergänzt wurde dies durch Angebote zur verantwortungsvollen Mediennutzung, etwa im Kurs "Selbstbewusst digital", in dem Datenschutz, Cybergewalt und der Einfluss von Medien auf die eigene Identitätsbildung thematisiert wurden.
Insgesamt ist Medienbildung im Diesterweg-Stipendium Medienbildung kein isoliertes Techniktraining, sondern integraler Bestandteil ganzheitlicher Bildungsförderung – praxisnah, familienorientiert und eng an den Lebenswelten der Kinder ausgerichtet. Aufgrund der hohen Relevanz des Themas wurde das in Frankfurt erprobte Konzept beim Standorttag in Dortmund auch anderen Diesterweg-Standorten vorgestellt und damit ein Impuls für die weitere Verankerung ganzheitlicher Medienbildung im Familienstipendium gesetzt.
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 129 Förderungen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,43 Mio. Euro vergeben. Ein Schwerpunkt der Förderarbeit lag 2025 auf der Förderlinie "Psychische Gesundheit".
Die Frankfurter Stadtgesellschaft ist vielfältig, ideenreich und engagiert – zahlreiche gemeinnützige Organisationen setzen sich für Bildung, Kultur, Soziales und den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Auch im Jahr 2025 unterstützte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft eine Vielzahl dieser Initiativen und Projekte.
Mit ihrer Förderarbeit trägt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft dazu bei, bürgerschaftliches Engagement in Frankfurt zu stärken, Zugänge zu Bildung, Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe zu eröffnen und Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Orientierung und Maßstab der Förderpraxis waren 2025 weiterhin die strategischen Stiftungsziele Teilhabe und Persönlichkeitsentwicklung. Entsprechend unterstützte die Stiftung insbesondere Bildungsprojekte, die individuelle Lern- und Entwicklungschancen eröffnen, kulturelle Vorhaben, die neue Zielgruppen erreichen, sowie soziale Initiativen, die Menschen in herausfordernden Lebenssituationen begleiten und stärken. Ergänzend wurden Projekte gefördert, die zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen, etwa indem sie kulturelle Bildung für alle Altersgruppen ermöglichen, demokratische Kompetenzen stärken, bürgerschaftliches Engagement anregen oder Interesse an Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Naturwissenschaft und Technik wecken.
Charakteristisch für die Förderarbeit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft war auch 2025 die bewusste Vielfalt der geförderten Vorhaben: Neben großen, stadtweit wirksamen Projekten berücksichtigte die Stiftung gezielt kleinere Initiativen und Aktionen aus den Stadtteilen, die mit ihren Angeboten nah an den Lebensrealitäten der Menschen ansetzen und lokale Bedarfe aufgreifen.
Ein Schwerpunkt der Förderarbeit lag 2025 auf der Förderlinie "Psychische Gesundheit". Mit dem Ziel, Frankfurt als gesunde Stadt weiter voranzubringen, wurden im Rahmen der Förderlinie seit 2023 bereits 51 gemeinnützige Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 450.000 Euro unterstützt, davon 14 Projekte mit einem Volumen von 170.000 Euro im Jahr 2025. Die geförderten Projekte deckten eine große thematische Bandbreite im Handlungsfeld der psychischen Gesundheit ab und richteten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Angebote reichten von Präventions- und Aufklärungsformaten über Selbsthilfe- und Vernetzungsangebote bis hin zu Projekten zur Beratung, Früherkennung und Begleitung von Betroffenen und ihren Angehörigen. Über die finanzielle Unterstützung hinaus setzte die Stiftung verstärkt auf Dialog und Vernetzung. Um die Situation und Bedarfe der Geförderten besser zu verstehen und den Austausch unter den Frankfurter Institutionen zu fördern, lud der Förderbereich im Februar 2025 zu einem Netzwerktreffen der Projektträger aus der Förderlinie "Psychische Gesundheit" ein. Gemeinsam mit der tomoni mental health gGmbH realisierte der Förderbereich der Stiftung zudem im Juni 2025 eine Veranstaltung zum Thema "Psychische Gesundheit und Suizidprävention im Schulalltag"; im September 2025 fand der Frankfurter Schul-Suizid-Präventionstag am Campus Bockenheim mit mehr als 800 Frankfurter Schülerinnen und Schülern ab der 8. Klasse statt. Zudem trat die Stiftung 2025 der "Mental Health Alliance" bei, einem neuen bundesweiten zivilgesellschaftlichen Netzwerk, das sich mit der strukturellen Weiterentwicklung des Gesundheitssystems im Bereich der Psychischen Gesundheit beschäftigt.
JOBS4REFUGEES
Das Projekt TIFA des Sozialunternehmens jobs4refugees unterstützt rund 60 geflüchtete und neu zugewanderte Menschen in Frankfurt bei ihrer gesellschaftlichen und beruflichen Integration durch ehrenamtliche Einsätze, persönliche Beratung, Sprachcafés, Mentoring und Bewerbungstrainings.
Foto: jobs4refugees
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Die partizipative "Tanzparade in C" der Choreografin Sasha Waltz begleitete den Umzug der Schirn Kunsthalle in die Interimsstätte in der ehemaligen Dondorf-Druckerei in Bockenheim. Das generationenübergreifende, interaktive Projekt bewegte Tausende Menschen tanzend durch die Frankfurter Innenstadt.
Foto: De-Da Productions
SCHAUSPIEL FRANKFURT
Das Förderprogramm unterstützt talentierte Nachwuchsschauspielerinnen und -schauspieler bei ihrem Berufseinstieg. Außerdem werden diese dazu angeregt, ihre Erfahrung und ihre Begeisterung für das Theater in pädagogischen Angeboten an Jugendliche weiterzugeben.
Foto: Arno Declair
CHAMISSOGARTEN – INITIATIVE FÜR MENSCH & NATUR GGMBH
Der ehrenamtlich getragene ChamissoGarten in Frankfurt-Eschersheim ist ein lebendiger, inklusiver Ort für Bildung, Begegnung und kulturellen Austausch. Die Stiftung fördert den Aufbau einer Koordinationsstelle zur Unterstützung der Organisation, pädagogischen Begleitung und Weiterentwicklung der Ehrenamtsarbeit.
Foto: ChamissoGarten
Jubiläum

Als die Stiftung Polytechnische Gesellschaft am 24. November 2005 gegründet wurde, konnte sie auf ein schon lange bestehendes Wertegerüst aufbauen: Genau 189 Jahre zuvor, im Jahr 1816, hatten engagierte Frankfurter Bürger die Polytechnische Gesellschaft ins Leben gerufen – im Geiste der Aufklärung und verbunden mit dem Anspruch, Verantwortung für Bildung, Wissen und gesellschaftlichen Fortschritt in der Stadt zu übernehmen. Diese doppelte Zeitachse prägt die Stiftung bis heute. Sie verbindet die Erfahrung eines traditionsreichen Bürgervereins mit der Offenheit und Gestaltungsfreiheit einer vergleichsweise jungen Stiftung. Mit einem Startvermögen von knapp 400 Millionen Euro, ermöglicht durch den Verkauf der Frankfurter Sparkasse durch die Polytechnische Gesellschaft, war sie von Anfang an unabhängig und handlungsfähig aufgestellt. Der Auftrag wurde klar formuliert: das Gemeinwohl in Frankfurt am Main nachhaltig stärken.
In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Stiftung Polytechnische Gesellschaft als operative und fördernde Stiftung mit einem klaren Profil etabliert. Im Zentrum ihrer Arbeit steht der Mensch mit all seinen Fähigkeiten, Entwicklungsmöglichkeiten und seinem Potenzial, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Die Programme der Stiftung setzen gezielt früh in der Bildungsbiografie an: von Frühen Hilfen für Familien über Sprachförderung für Grundschülerinnen und Grundschüler und Kompetenztrainings für Jugendliche, Stipendien für akademische wie berufliche Bildung bis hin zu Programmen zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements. Die Themen Demokratiebildung, Förderung der psychischen Gesundheit und der Linderung von Einsamkeit im Alter sowie weitere neue Beteiligungsformate wie der Frankfurter Miteinanderfonds ergänzen erst seit Kurzem das Spektrum der Stiftungsarbeit. Mit ihrem Leitsatz "Wir bauen am Wir" ermöglicht die Stiftung nicht nur einzelne Projekte, sondern eine gesellschaftliche Haltung: die Förderung von Vielfalt und Zusammenhalt, von Verantwortungsübernahme und Engagement. Dabei steht immer der Mensch mit seinen individuellen Potenzialen im Mittelpunkt.

Was 2005 als Manifestation der polytechnischen Ideen begann, hat in zwei Jahrzehnten sichtbare Wirkung entfaltet. Insgesamt hat die Stiftung in den 20 Jahren ihres Bestehens bislang über 120 Millionen Euro in Bildung, Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frankfurt investiert. Aus der Stiftungsarbeit sind über 25 eigene operative Programme hervorgegangen, von denen mehrere inzwischen auch bundesweit adaptiert wurden. Zusätzlich wurden bereits knapp 1.800 Projekte Dritter gefördert. Gleichzeitig wurde das Stiftungskapital seit der Gründung nicht geschmälert, sondern ist – auch dank zahlreicher Zustiftungen – bis zum Ende des Berichtsjahres auf 474 Mio. Euro angewachsen. Seit 2007 haben mehr als 3.100 Kinder allein in Frankfurt am Deutschsommer teilgenommen, der Sprachförderung und Persönlichkeitsentwicklung verbindet. Das Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern hat bislang 254 Frankfurter Familien begleitet und wird heute an zehn Standorten in Deutschland umgesetzt. In Frankfurts Stadtteilen haben schon 205 Stadtteil-Botschafterinnen und -Botschafter ihr Viertel verändert, 243 Stadtteil-Historikerinnen und -Historiker haben die Geschichte ihrer Stadt aus der Perspektive ihrer Bewohnerinnen und Bewohner sichtbar gemacht.
Das Alumni-Netzwerk der Stiftung Polytechnische Gesellschaft umfasst mittlerweile rund 2.900 aktuelle und ehemalige Geförderte im Alter zwischen elf und 90 Jahren. Sie verbindet die Erfahrung, gefördert worden zu sein und der Wunsch, dieses Engagement weiterzutragen.
Ihr zwanzigstes Jubiläum bot der Stiftung einen willkommenen Kommunikationsanlass für ihre Außendarstellung. Ziel war es, den runden Geburtstag und die damit verbundene Aufmerksamkeit zu nutzen, um die Bekanntheit von Stiftungsarbeit in der breiten Öffentlichkeit zu steigern und all den Themen eine Bühne zu bieten, für die sich die Stiftung seit 20 Jahren einsetzt. Menschen, deren Lebenswege sich bis dato nicht mit der Stiftung gekreuzt haben, sollten erfahren, welche Bedeutung zivilgesellschaftliches Engagement, Bildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt für das gelingende Miteinander und eine gute Zukunft der Stadt haben. Zudem sollten Möglichkeiten des Austausches und der Mitarbeit aufgezeigt werden.
»Im Jubiläumsjahr wollten wir nicht uns selber feiern, sondern all jene, die Frankfurt zu einer Stadt des Miteinanders machen. Hierfür fanden wir – in Zusammenarbeit mit unserem Gestaltungspartner undundund – einen Leitsatz, der eine positive Erzählung stiftet und über das Jahr hinweg mit vielen Stimmen, Beiträgen und Eindrücken gefüllt werden konnte: Frankfurt. Das feiern wir.«
Axel Braun
Bereichsleiter Kommunikation und Philanthropie
Die Kommunikationsstrategie folgte einer klaren Dramaturgie: Zunächst wurde die "polytechnische Familie", Alumni sowie langjährige Partner der Stiftung, aktiviert und eingebunden. Eine anknüpfende Themenkampagne platzierte in der breiten Öffentlichkeit, was die Stiftung bewegt – einfach und eingängig. Die Kampagne wurde an Allgemeinstellen im öffentlichen Raum, auf Online-Kanälen, aber auch über Plattformen vieler Partner lanciert, beispielsweise auf den Geldautomatendisplays der Frankfurter Sparkasse 1822 als Hauptsponsor des Jubiläums, über Auslagemöglichkeiten von einzelnen Kulturpartnern oder Gratulationsanzeigen zum Jubiläum. Schließlich folgte die Kommunikation für das Jubiläumsfestival im September 2025.
Insgesamt gelang es, die Frankfurterinnen und Frankfurter zu mobilisieren und insbesondere auch jüngere Zielgruppen zu erreichen. Online übertraf die Themen- und Event-Kommunikation die Erwartungen bei Zielgruppenreichweite und Klickverhalten: Sie erreichte vor allem die Zielgruppen 25 bis 44 Jahre in der Breite und erzielte 1,45 Mio. Impressionen und mehr als 7.200 Webseiten-Klicks. Zusätzlich konnten viele Partner, Multiplikatoren und Content Creators gewonnen werden, die mit den Bausteinen der Kampagne eigene Beiträge produzierten und so die Reichweite erhöhten. Das Online-Magazin auf der Website der Stiftung bot einen umfassenden redaktionellen Schwerpunkt mit Hintergrundberichterstattung, Interviews und Stimmen zum Jubiläum. Zudem stellte die Kampagnen-Webseite dasfeiernwir.de alle Informationen zum Festivalwochenende zur Verfügung.

Höhepunkt des Jubiläumsjahres war ein dreitägiges Festival im September 2025 auf dem Frankfurter Opernplatz. Mehr als 30.000 Menschen kamen zusammen, um Vielfalt, Offenheit und bürgerschaftliches Engagement zu feiern.
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Das Festival verstand sich als Verlagerung der Stiftungsarbeit in das Herz der Stadt: als offener Begegnungsraum und Plattform, auf der Kultur, Bildung, Wissenschaft und Engagement zusammentreffen und hautnah erlebbar wurden. Auf der Bühne präsentierten sich Künstlerinnen und Künstler ebenso wie Weggefährtinnen und Weggefährten der Stiftung. Das Spektrum reichte von Opernarien über Hip-Hop-Performances bis hin zu einer spektakulären Wissenschaftsshow. Auch abseits der Bühne wurde viel geboten: Zahlreiche Frankfurter Institutionen und langjährige Partner der Stiftung luden zum Mitmachen ein – mit Experimenten, kreativen Angeboten, handwerklichen Einblicken und Aktionen für die ganze Familie. In dieser offenen, kreativen Atmosphäre wurde spürbar, was eine lebendige Stadtgesellschaft ausmacht: Vielfalt und Zusammenhalt.
Das Jubiläumsfestival stand unter der Schirmherrschaft des Frankfurter Oberbürgermeisters Mike Josef. Hauptsponsor des Jubiläumsjahres war die Frankfurter Sparkasse 1822. Darüber hinaus unterstützten zahlreiche Institutionen und Unternehmen das Jubiläum, darunter Ambition, die Elektro Ehinger GmbH, die Frankfurter Volksbank Rhein/Main eG, die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, Bankhaus Metzler, Der Bäcker Eifler GmbH, die DZ Bank Stiftung, die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, die KfW Stiftung, die Mainova AG, die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (NHW), der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH (RMV), die Stiftung HERR sowie die Stiftung Frankfurter Sparkasse 1822. Medienpartner waren die Frankfurter Allgemeine Zeitung, hr INFO und das Journal Frankfurt.
Mit dem Jubiläumsjahr markierte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft keinen Abschluss, sondern einen Übergang. Nach 20 Jahren ist sie in Frankfurt fest verankert und zugleich weiterhin gefordert, auf neue gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren – für eine gute, gelingende Zukunft und ein funktionierendes Miteinander in einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Die Stiftung versteht sich dabei auch in Zukunft als zivilgesellschaftliche Akteurin, die Menschen miteinander verbindet und langfristig Potenziale fördert.
»Ein ›mega‹ Wochenende. […] Mit dem dreitägigen Jubiläumsfestival auf dem Opernplatz feiert die Stiftung Polytechnische Gesellschaft ihren 20. Geburtstag. Die Frankfurter kommen in Scharen und feiern eine Institution, die die Bewohner der Stadt stärker und klüger macht.«
Johanna Schwanitz und Rainer Schulze
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Gäbe es in allen größeren deutschen Städten eine Polytechnische Stiftung, wie sie in Frankfurt seit 2005 besteht – das Land stünde auf dem Feld der Bildung und des Bürgersinns vermutlich entschieden besser da. Das kann man 20 Jahre nach der Gründung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ohne Übertreibung sagen.«
Hans Riebsamen
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Enrico Sauda
Frankfurt Neue Presse
Edwin Batalla Cardozo
Tänzer, Choreograf und Lehrer
»Ihr babbelt nicht, ihr handelt.«
Mike Josef
Oberbürgermeister Frankfurt am Main
»Herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren praktizierter Bürgernähe! Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat nicht nur in Projekte investiert, sondern vor allem in Menschen und ihre Potentiale. Sie ist ein Modell für demokratische Stadtentwicklung und ein wegweisendes Beispiel dafür, wie Stiftungen als Impulsgeber wirken können.«
Annette Heuser
Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen
Armin Schwarz
Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen
»Ein ganz großes Kompliment. […] Welch ein Privileg, Bürger dieser Stadt zu sein, mit dieser vielfältigen Unterstützung durch Sie. Frankfurt kann sich glücklich schätzen, dass es Sie gibt.«
Zuschrift
»Was die Polytechnische in zwanzig Jahren für Frankfurt geleistet hat, lässt sich nicht nur in Zahlen messen – auch wenn diese beeindruckend sind. Wichtiger ist die schwer quantifizierbare Wirkung: das Vertrauen, das zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft entstanden ist, die Netzwerke, die über Projektlaufzeiten hinaus bestehen, die Haltungen, die sich verändert haben.«
Friederike von Bünau
Generalsekretärin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen
Die Stiftung

Philanthropie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – aus Überzeugung und mit Blick auf das Gemeinwohl. In Frankfurt am Main hat dieses Engagement eine lange Tradition. Seit Generationen gestalten Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt aktiv mit, gründen Institutionen, fördern Bildung, Kultur und Wissenschaft und stärken so den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Haltung des Mitmachens, der Offenheit und des Gestaltens prägt die Stadt bis heute.
Auch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft ist aus diesem Geist heraus entstanden. Ihre Gründungsidee beruht auf der Überzeugung, dass eine bessere Gesellschaft nur dann möglich ist, wenn Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Bildung, Persönlichkeitsentwicklung und Teilhabe sind dabei zentrale Schlüssel.
Gerade in einer Zeit großer gesellschaftlicher Herausforderungen wird deutlich: Die Zukunft unserer Stadt entsteht nicht allein durch staatliches Handeln. Sie braucht engagierte Menschen, die sich einbringen, ihre Möglichkeiten erkennen und bereit sind, langfristig Wirkung zu entfalten. Philanthropie eröffnet dafür einen besonderen Raum. Sie verbindet persönliche Werte mit gesellschaftlichem Nutzen, schafft nachhaltige Strukturen und stärkt das "Wir" in einer vielfältigen Stadtgesellschaft.
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft widmet sich diesem Themenfeld seit 2025 verstärkt mit einem eigenen Bereich. Sie versteht Philanthropie als Einladung: zur Mitgestaltung, zum Teilen von Verantwortung und zum gemeinsamen Wirken für Frankfurt. Als Plattform und Partnerin begleitet die Stiftung Menschen, die etwas bewegen wollen – mit Zeit, Ideen oder Vermögen –, und bringt Engagement dort zusammen, wo es nachhaltig wirkt.
Dass gemeinsames Engagement konkrete Wirkung entfaltet, zeigte sich im Jahr 2025 in besonderer Weise. Das Jubiläum der Stiftung wurde durch die Unterstützung zahlreicher Unternehmen, Stiftungen und Institutionen zu einem Fest für die ganze Stadt. Durch das Zusammenspiel von Spenden, Sachleistungen und Sponsoring konnte das Jubiläumsfestival auf dem Opernplatz unzählige Menschen für die Kraft der Frankfurter Kultur- und Zivilgesellschaft begeistern. Eine Übersicht und weitere Informationen zum Jubiläum bietet das Schwerpunktkapitel 03 dieses Tätigkeitsberichts.
Darüber hinaus entstanden neue Kooperationen für gemeinsame Projekte, etwa im Bereich der Demokratieförderung, und es gelang, neue Förderpartner für bestehende Programme zu gewinnen sowie langjähriges Engagement zu vertiefen und es weiter auszubauen. Die Stiftung ist in Frankfurt eine geschätzte Akteurin im Bildungsbereich und eine verlässliche Partnerin für die inhaltliche Zusammenarbeit und Förderung von Projekten Dritter.
Wie nachhaltiges bürgerschaftliches Engagement aussehen kann, wurde auch bei zwei Informationsveranstaltungen zur gemeinnützigen Nachlassgestaltung deutlich, zu denen die Stiftung Polytechnische Gesellschaft im Herbst 2025 gemeinsam mit dem Städel Museum und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung eingeladen hatte. Rund 80 Gäste kamen zusammen, um sich mit der Frage zu beschäftigen, wie Kultur, Wissenschaft und Bildung langfristig gefördert werden können. Die vorgestellten Möglichkeiten – von Vermächtnissen und Zustiftungen bis hin zur Gründung einer eigenen Stiftung – stießen auf großes Interesse und boten den Teilnehmenden wertvolle Orientierung. Persönliche Gespräche und der direkte Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Institutionen gaben den Veranstaltungen einen offenen und vertrauensvollen Rahmen. Dies machte deutlich: Bürgerschaftliches Engagement endet nicht mit dem eigenen Leben. Wer frühzeitig vorsorgt, kann über Generationen hinweg wirken und Werte weitertragen.
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft versteht Philanthropie als verbindendes Element zwischen Generationen, Milieus und Perspektiven. Ziel ist es, Menschen für Engagement zu gewinnen und sie dabei zu unterstützen, ihre Ideen und Möglichkeiten wirksam für Frankfurt einzubringen. Sie lädt dazu ein, Verantwortung zu übernehmen – durch finanzielle Zuwendungen, Zustiftungen, Nachlässe oder langfristige Unterstützung ihrer Arbeit. Jede Form des Engagements stärkt Bildung, Wissenschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frankfurt.
So knüpft die Stiftung Polytechnische Gesellschaft an ihre eigene Geschichte an und richtet zugleich den Blick nach vorn – stets mit dem Ziel, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, Gemeinschaft zu stärken und Zukunft zu gestalten – für Frankfurt und die Menschen, die hier leben.
Ein gemeinsames Gedächtnis schaffen: Workflows, Wiki und Künstliche Intelligenz (KI) im Stiftungsalltag waren zentrale Themen der Administration im Jahr 2025.
Vielseitig. Neugierig. Polytechnisch: Das Alumni-Netzwerk der Stiftung Polytechnische Gesellschaft vereint alle aktuellen und ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus den unterschiedlichen Stipendienprogrammen der Stiftung.
Wie können wir möglichst ressourcenschonend wirken? Welchen Beitrag kann die Stiftung zum Thema Nachhaltigkeit leisten? Wie müssen wir heute handeln, um den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich die Stiftung Polytechnische Gesellschaft in nahezu all ihren Einsatzgebieten.
Der Stiftungsrat tagte im Berichtsjahr 2025 planmäßig viermal, um den durch die Satzung festgelegten Aufgaben nachzukommen, die darin bestehen, den Vorstand zu überwachen und zu beraten.
Treuhandstiftungen

Treuhandstiftungen ermöglichen, gesellschaftliches Engagement dauerhaft und verlässlich zu gestalten. Sie bieten einen persönlichen Weg, den gesellschaftlichen Zusammenhalt mitzugestalten und damit Verantwortung – auch für die nachfolgenden Generationen – zu übernehmen sowie ein bleibendes Andenken an die eigene Person und die eigenen Werte zu schaffen. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft bildet dabei das Dach, unter dem dieses Engagement gebündelt und wirksam umgesetzt werden kann.
Die durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft getragenen und verwalteten Treuhandstiftungen sind rechtlich unselbstständig. Als Dachstiftung übernimmt sie die rechtlichen, organisatorischen und administrativen Aufgaben und sorgt für stabile und professionelle Strukturen – vom Projekt- und Fördermanagement über die Kommunikation bis zur Vermögensverwaltung. So können sich Stifterinnen und Stifter auf das konzentrieren, was ihnen wichtig ist: ihre Ideen und Ziele.
Treuhandstiftungen können posthum, aber auch zu Lebzeiten errichtet werden. Das aktive Gestalten zu Lebzeiten bietet einen besonderen Reiz: Zu erleben, wie aus einer Idee ein Projekt wird, wie Förderung wirkt und gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt wird, schafft Sinn und Freude. Gesellschaftliche Verantwortung wird konkret erlebbar.
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft versteht sich als verlässliche Partnerin für ihre Treuhandstiftungen. Sie berät und begleitet sie langfristig und lädt dazu ein, sich den Zielen der Stiftung verbunden zu fühlen und ausgewählte Projekte mit zu unterstützen. Unter einem gemeinsamen Dach entsteht so ein starkes Netzwerk aus individuellem Engagement und gemeinsamer Verantwortung – für Bildung, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Aktuell werden drei unselbstständige Treuhandstiftungen von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft verwaltet.
Mehr Informationen zum Thema Treuhandstiftungen.
Die Marga Coing-Stiftung stärkte 2025 mit gezielten Fördermaßnahmen die ökonomische Grundbildung junger Menschen. Im Mittelpunkt standen vier Zukunftstage an Frankfurter Schulen, an denen Schülerinnen und Schüler praxisnahe Einblicke in zentrale Alltagsthemen wie Finanzen, Steuern und Mietrecht erhielten. Darüber hinaus unterstützte die Stiftung weitere Projekte an wichtigen Bildungsübergängen sowie ausgewählte Vorhaben im Bereich Kunst und Kultur.
Die Norz-Helmke Stiftung förderte 2025 gezielt Projekte in den Bereichen Bildung, Jugendhilfe und Kultur. Im Mittelpunkt stand das neue Pilotprojekt zum Thema Handwerken in Schulen, das Schülerinnen und Schülern praktische Einblicke in handwerkliche Tätigkeiten ermöglicht und berufliche Orientierung stärkt. Darüber hinaus engagierte sich das Stifterehepaar erneut mit einer Spende für die Projektarbeit unter dem Dach der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.
Die Gerd Reul Stiftung unterstützte 2025 zwei Kooperationsprojekte der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Mit der Förderung von "Sinfonik für Kindergärten" und dem Akademietag "Musik" im "Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern" setzte sie gezielte Impulse in der musikalischen Bildung und stärkte zugleich die Förderung wissenschaftlicher Nachwuchstalente in Frankfurt.
Die Finanzen

2025 war für das Vermögensmanagement der Stiftung – trotz aller Herausforderungen – ein gutes Jahr. Dabei liegt der Fokus der Vermögensanlage stets auf der Erzielung laufender Erträge, welche für die satzungsmäßige Finanzierung der Stiftungstätigkeit notwendig sind. Die breite Diversifizierung des Stiftungsvermögens bewährte sich in diesem Umfeld erneut: Es konnte mit einer positiven Wertentwicklung von 4,7 Prozent, dem bisher zweithöchsten Ergebnis der laufenden Erträge (14,9 Mio. Euro), an das zufriedenstellende Vorjahr anknüpfen. Erneute Abwertungen in den Direktanlagen haben das Ergebnis aus dem Vermögensmanagement jedoch negativ beeinflusst.
Das Berichtsjahr 2025 zeichnete sich durch eine zufriedenstellende Wertentwicklung vor allem im Bereich der Assetklasse Aktien aus. Trotz der Abwertungsfaktoren in den Anlagesektoren Immobilien und Private Assets entwickelten sich die realisierten Erträge in diesen Bereichen weiterhin zufriedenstellend. Im historischen Mittel liegt die Performance des Stiftungsvermögens bei 3,3 Prozent.
Das Stiftungsvermögen und die aus dessen rentierlicher Anlage erwirtschafteten Erträge bilden die Grundlage für die gemeinnützige Betätigung der Stiftung. Entscheidenden Einfluss auf die Erfüllung dieser Ziele hat die konsequent betriebene Diversifizierung des Stiftungsvermögens. Dazu erfolgt eine Strukturierung in verschiedene Anlageklassen und innerhalb dieser in Regionen, Anlagesegmente und Investmentstile. Das Investmentuniversum besteht aus Liquidität, Aktien, Renten, Immobilien und Private Assets. Diese setzt sich aus den Segmenten Private Equity, Private Debt und Investments in Infrastrukturanlagen zusammen.
Renten (31.7%)
Immobilien (28.5%)
Aktien (28.4%)
Private Assets (8.2%)
Liquidität (3.2%)
Im Jahr 2025 waren die Kapitalmärkte weiterhin maßgeblich durch den Übergang von einer restriktiven zu einer vorsichtig normalisierenden Geldpolitik geprägt. Zwar setzte sich die Entspannung bei den Inflationsraten in den meisten Industrieländern fort, jedoch führten robuste Wachstumsdaten – insbesondere in den USA – sowie anhaltend hohe fiskalische Defizite zu erhöhter Unsicherheit über das Tempo weiterer Zinssenkungen. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich Risikoanlagen insgesamt erneut positiv. Diese Entwicklungen angesichts der erheblichen politischen Unsicherheit und der wohl größten Erhöhung von Zöllen durch ein Industrieland seit einem Jahrhundert waren unerwartet. Aktienmärkte profitierten vor allem von stabilen Unternehmensgewinnen und strukturellen Wachstumsthemen wie dem Aufschwung Künstlicher Intelligenz und der damit verbundenen Technologien, Komponenten und Infrastrukturen. Festverzinsliche Wertpapiere wurden insbesondere durch attraktive laufende Erträge und rückläufige Risikoprämien unterstützt. Immobilienanlagen zeigten im Jahresverlauf erste Anzeichen einer Bodenbildung und entwickelten sich insgesamt im Rahmen der Erwartungen. Private Assets blieben hingegen hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere die im Jahresverlauf 2025 zu beobachtende Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro wirkte sich dämpfend auf die Erträge aus Private Debt und Infrastrukturinvestitionen aus.
Der Zufluss der laufenden Erträge (Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen, Fondsausschüttungen) lag 2025 auf einem weiterhin guten Niveau und konnte trotz der unsicheren Kapitalmarktentwicklung wie in den letzten Jahren weiter gesteigert werden. Im Berichtsjahr erwirtschaftete das Vermögensmanagement Erträge aus dem Polyfonds, der Immobilienverwaltung, den Fondsausschüttungen sowie Liquiditätszinsen in Höhe von 14,9 Mio. Euro. Hinzu kamen Gewinnrealisierungen aus dem Verkauf von Rohstoffen/Edelmetallen und Polyfonds-Anteilen in Höhe von 4,3 Mio. Euro.
Den Jahresabschluss stellt die Stiftung nach den Regeln des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) verabschiedeten Stellungnahme zur Rechnungslegung von Stiftungen (IDW RS HFA 5) auf. Dieser wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft FALK GmbH & Co. KG geprüft. Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Die Bilanzsumme inklusive Treuhandvermögen lag im Berichtsjahr mit 479,1 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Dabei ist die Aktivseite der Bilanz weitgehend durch das Sach- und Finanzanlagevermögen geprägt. Das Eigenkapital in Höhe von 468,2 Mio. Euro dominiert die Passivseite und hat sich gegenüber dem Vorjahr, resultierend aus dem Anstieg des Umschichtungsergebnisses, leicht reduziert. Den größten Posten im ideellen Bereich bilden die Aufwendungen für die gemeinnützigen Projekte. Die Stiftung beweist auch im Jahr 2025 mit 10,6 Mio. Euro. Satzungsausgaben erneut solide Kontinuität in ihrer gemeinnützigen Tätigkeit. Zur Finanzierung der Ausgaben stand ein Überschuss aus der Vermögensverwaltung in Höhe von 8,4 Mio. Euro zur Verfügung.
Nach der Saldierung des Fehlbetrages im ideellen Bereich mit dem Überschuss aus Vermögensverwaltung verblieb ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 2,5 Mio. Euro. Dieser wurde durch eine Änderung des Umschichtungsergebnisses in Höhe von 6,0 Mio. Euro und dem Ergebnisvortrag vom Vorjahr kompensiert. In die Freie Rücklage nach § 62 Abs. 1 Nr. 3 wurden zudem 3,0 Mio. Euro zugeführt. Der am Ende der Gewinn- und Verlustrechnung verbleibende, der zeitnahen Mittelverwendung unterliegende Ergebnisvortrag in Höhe von 4,1 Mio. Euro sichert zusammen mit den gebildeten Projektrücklagen zu einem wesentlichen Teil die satzungsgemäße Zweckverwirklichung der Stiftung im Folgejahr.
Für Projektaufwendungen für Satzungsleistungen konnten im Berichtsjahr rund 10,6 Mio. Euro verausgabt werden. Seit Stiftungsgründung im Jahr 2005 wurden somit über 122 Mio. Euro zur Förderung von Bildung und Kompetenzen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgewendet.
Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit steht die Förderung von Bildung und Verantwortung in der Frankfurter Stadtgesellschaft. Ein Schwerpunkt im Jahr 2025 lag auf der Unterstützung von Projekten, die die Chancengleichheit im Bildungsbereich verbessern. Zudem engagiert sich die Stiftung in der Förderung und Durchführung von Innovationen und der Stärkung des Gemein- und Sozialwesens. Alle Stiftungsprojekte dienen der Ausbildung und Stärkung von Fähigkeiten, die dem Einzelnen die Übernahme von Verantwortung in der Bürgergesellschaft ermöglichen. Durch Stipendien, Förderprogramme und Kooperationen mit Bildungseinrichtungen trägt die Stiftung dazu bei, die Entwicklung von Talenten und die Verbreitung von Wissen in den jeweiligen Themenfeldern zu unterstützen.
Bildungslandschaft und Sprachbildung (37.7%)
Soziales, Humanitäres, Karitatives (21.0%)
Kulturelle Bildung (12.9%)
Wissenschaft, Technik, Berufliche Bildung (19.8%)
Bildung für Demokratie und zivilgesellschaftliches Engagement (8.6%)
| Aktiva | in TEUR 31.12.2025 | in TEUR 31.12.2024 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | 466.525 | 466.850 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 16.333 | 21.090 |
| Finanzanlagen | 450.192 | 445.760 |
| Umlaufvermögen | 9.869 | 10.528 |
| Liquide Mittel | 9.813 | 10.454 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 56 | 73 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 7 | 4 |
| Sondervermögen | 2.751 | 2.660 |
| Summe | 479.152 | 480.042 |
| Passiva | in TEUR 31.12.2025 | in TEUR 31.12.2024 |
|---|---|---|
| Stiftungskapital | 393.640 | 393.630 |
| Errichtungskapital | 300.000 | 300.000 |
| Zustiftungen | 77.440 | 77.430 |
| Sonstige Kapitalzuführungen | 16.200 | 16.200 |
| Rücklagen | 83.617 | 80.340 |
| Kapitalrücklage (Schwankungsreserve) | 20.000 | 20.000 |
| Rücklage gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 1 AO | 3.482 | 3.205 |
| Rücklage gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 3 AO | 60.135 | 57.135 |
| Umschichtungsergebnisse | -13.095 | -7.072 |
| Ergebnisvortrag | 4.093 | 3.880 |
| Rückstellungen | 4.591 | 5.045 |
| Verbindlichkeiten | 3.555 | 1.559 |
| gegenüber Kreditinstituten | 2.029 | 454 |
| aus Lieferungen und Leistungen | 114 | 105 |
| aus erteilten Zusagen | 1.267 | 893 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 145 | 107 |
| Sonderverpflichtungen | 2.751 | 2.660 |
| Summe | 479.152 | 480.042 |
| in TEUR 31.12.2025 | in TEUR 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| Erträge | 588 | 282 |
| Aufwendungen | -11.561 | -8.925 |
| davon: Projektaufwendungen | -10.590 | -8.016 |
| davon: Allgemeine Verwaltungskosten | -971 | -909 |
| Fehlbetrag ideeller Bereich | -10.973 | -8.644 |
| Überschuss aus der Vermögensverwaltung | 8.399 | 8.408 |
| Überschuss wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb | 41 | 0 |
| Jahresfehlbetrag | -2.533 | -236 |
| Ergebnisvortrag zum 1. Januar | 3.880 | 3.291 |
| Änderungen des Umschichtungsergebnisses | 6.023 | 5.800 |
| Einstellung in die Projektrücklage gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 1 AO | -278 | -675 |
| Einstellung in die freie Rücklage gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 3 AO | -3.000 | -4.700 |
| Einstellung in die Rücklage für Instandhaltung gemäß § 62 AO | 0 | 400 |
| Ergebnisvortrag | 4.093 | 3.880 |
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft engagiert sich tatkräftig für die Menschen in Frankfurt am Main. In den Bereichen Bildungslandschaft und Sprachbildung, Kulturelle Bildung, Bildung für zivilgesellschaftliches Engagement, Nachhaltigkeit, Wissenschaft, Technik, Berufliche Bildung, Soziales, Humanitäres, Karitatives und Demokratiebildung realisieren und unterstützen wir Projekte, die die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen fördern und die Teilhabe an der Gemeinschaft stärken. So leisten wir einen ganz praktischen Beitrag zu einer lebendigen und solidarischen Stadtgesellschaft – ganz nach dem Motto "Wir bauen am Wir".
Herausgeber
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Kontakt
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Verantwortlich
Der Vorstand
Redaktion
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Projektsteuerung
Berit Leune, beritleune.com
Konzept
Jonas Lieder, jonaslieder.de
Design
Marie Bauer, mariebauer.de
Technische Umsetzung
Alexander Hitchcock, youmeokay.com
Lektorat
Benita von Behr
Bildnachweis
Nennung in alphabetischer Reihenfolge: Katrin Binner; Dominik Buschardt; ChamissoGarten; Arno Declair; De-Da Productions; Philip Eichler; Angela James; jobs4refugees; Grow Together Germany; Gaby Gerster; Alex Kraus; Jochen Kratschmer; Museum Angewandte Kunst/Günzel Rademacher; Anne Rumpf, Buecheralarm/Gymnasium Römerhof; Sebastian Schramm; Pamela Schurk; Nathalie Zimmermann
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